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Die festliche Weinprobe
Es prüfen die kundigen Zungen
den Wein, der zur Probe gestellt.
Es wird nicht gezecht, nicht gesungen,
nur Andacht beseelt diese Welt.
Gold strahlt aus den Gläsern, die blitzen.
Die Blume steigt zart voller Duft
hinauf zu den Nasenspitzen,
die schnuppern die göttliche Luft.
Ein Schlückchen schlürft kullernd bedächtig
die Zunge entlang bis zum Schlund.
in zweites noch - das ist verdächtig-
schlüpft in den verlangenden Mund.
Gesprochen wird nichts, nur ganz stille
erhebt sich ein Augenaufschlag.
In ihm drängt der Köstlichkeit fülle
sich schmunzelnd und himmelnd zu Tag.
Ein Leuchten geht stumm durch die Männer.
Ganz leise nickt einer: "Ja, ja".
Kein Wort brauchen zünftige Kenner,
ihr Urteil ist stillschweigend da.
Rudi vom Endt (1892-1966)
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